
Unsere diesjährige Begegnungsreise führte uns vom 7.-12. Juni nach Mainz. Die Gruppe – wir waren 22 Personen – übernachtete im Hotel „the niu“ nahe dem Bahnhof.

Sonntag, 7. Juni 2026
Die meisten Teilnehmenden reisten mit dem Zug an; die weiteste Anreise hatten drei Mitglieder aus Lübeck. Um 17 Uhr traf sich die Gruppe zur Begrüßung und Vorstellungsrunde im Hotel. Zwei bisherige Nichtmitglieder traten am Ende der Reise dem ViLE bei. Anschließend ging es zum gemeinsamen Abendessen ins Restaurant Andechser am Rhein.


Bild 1: Hans-Christoph, ein Mainzer und am Abend mit dabei , zeigt uns von der Mainzer Seite aus die Mainmündung in den Rhein (ViLE Archiv)
Bild 2: Und hier der Blick auf die Mainmündung (auf Höhe des Schiffes auf der gegenüberliegenden Seite)
Tag 1, Montag 8. Juni 2026, vormittags
Besuch des Gutenberg-Museums in Mainz
Bericht von Dr Barbara Heinze und Renate Kienle
Unsere Reise in Mainz begann am Montag mit einem gemeinsamen Besuch / Besichtigung des Gutenberg-Museums in Mainz.
Frau Daphne Neu, eine äußerst kompetente und engagierte Museumsführerin, hat uns herzlich empfangen und mit viel Sachkenntnis durch die Ausstellung geführt.

Das Gutenberg-Museum in Mainz ist eines der ältesten Druck- und Schriftmuseen der Welt.
Es widmet sich dem Erbe von Johannes Gutenberg, der in Mainz den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand.
Das Museum ist seit November 2024 übergangsweise im Naturhistorischen Museum in der Reichklarastrasse untergebracht, der Neubau ist noch in der Planungsphase.
Mit jährlich mehr als 140.000 Gästen aus aller Welt gehört das Gutenberg-Museum zu den Publikumsmagneten der Bundesrepublik (laut Museumswebseite).

Biographische Daten von Gutenberg:

Geburts- und Sterbedaten sind nicht genau bekannt, das Geburtsdatum wurde von der Gutenberg-Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts festgelegt. Der Vater war Kaufmann und Patrizier, die Mutter aus kleinen Verhältnissen. Klosterschulbesuch und Studium sind nicht sicher belegt, auch das Aussehen in den vorhandenen Gemälden ist nicht gesichert.
Das Elternhaus stand im Hof zu Gutenberg in der Mainzer Altstadt. Seine Druckwerkstatt im Hubrechtshof musste Gutenberg wegen Zinsschulden an einen Nachfolger abgeben und eine neue Buchdruckstelle aufbauen. Erst ab 1465 ging es ihm wirtschaftlich besser durch die Unterstützung des Erzbischofs von Mainz. Auch Gutenbergs Grab ist nicht mehr auffindbar.
Zum Buchdruck und technischen Fortschritt wurden uns die Bleibuchstaben, der Vorgang des Druckens gezeigt und wir konnten die zwei Originalbibeln in der begehbaren Schatzkammer bewundern.
Die Gutenbergbibel entstand zwischen 1453-1456. Sie wurde 180-mal gedruckt, es gibt nur noch 49 von den 150 ursprünglichen Bibeln.
Die Besonderheiten des Buchdrucks: bewegliche Lettern mit Legierung aus Zinn, Blei und Antimon, eine hohe Qualität des Drucks insgesamt, ein besonderes Papier, nämlich nicht Pergament, aus Leinen, eine ölhaltige Druckerfarbe, und die Druckerpresse (angelehnt an das Prinzip der Weinpresse). Das Verdienst von Gutenberg ist, die teils vorhandenen Einzelschritte zu einem Produktionsprozess zusammengeführt zu haben.

Über die Bedeutung des Buchdrucks wurde uns berichtet:
Gutenberg wurde vergessen und erst nach 150 Jahren wieder entdeckt.
Der Buchdruck bedeutete damals eine Medienrevolution und förderte die Ausbreitung der Reformation, die Bildung der Menschen, die Verbreitung in allen gesellschaftlichen Schichten, nicht nur innerhalb der Kirche.
Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) und löste am Ende des Spätmittelalters eine Medienrevolution aus.
Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus.

1997 bezeichnete das US-Magazin TIME die Buchdruckerei zur bedeutendsten Erfindung des Jahrtausends.
Wie interessant die ViLE-Mitglieder die Schatzkammer gefunden haben, ist aus dem nachstehenden Foto ersichtlich.

Für einen Besuch in Mainz können wir als erste Anlauf-Adresse das Gutenberg-Museum unbedingt empfehlen.
Wir danken der Direktion des Gutenberg-Museums für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos von unserem Besuch (Mail vom 20.08.2026).
Tag 1, Montag, 8. Juni 2026, nachmittags
Kirche St. Stephan
Bericht: Ute David
Wie flach Mainz ist! Das war einer der ersten Eindrücke, die ich von Mainz hatte – was allerdings ein Irrtum war, wie sich bald herausstellen sollte … Denn viele seiner besonderen Schätze musste man sich mühsam erobern: entweder in dem man sich in eine der vollen Bahnen setzte, die einem gründlich durchrüttelte, oder man raffte sich auf und unternahm eine kleine Pilgertour zu den Wunschorten… Eine gewisse Anstrengung brauchte es demnach auch, um zur Stephanskirche zu kommen…. Aber um dieses besondere Kleinod besichtigen zu können, lohnt sich jede Mühe !!!
Die schlichte, gotische Kirche, fast verdeckt von hohen, prächtigen Linden, lässt von außen nichts von dem erahnen, was einen erwartet, sobald man durch das Eingangsportal hindurchgeht.
Es ist ein Eintritt in eine andere Welt – ein Eintauchen in die Stille …. Jede Hektik, jede Unruhe fällt ab, wenn die Blicke über das wunderbare, unergründliche Blau der Fenster wandern, dort Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament entdecken und die Gedanken zu der Geschichte ihrer Entstehung wandern…


Entworfen wurden die Fenster von Marc Chagall. Aber wie kommt ein Künstler wie Chagall dazu, Fenster für eine deutsche, katholische Kirche zu bauen ??? Chagall, selbst ein russischer Jude, hatte sein Leben lang unter der Verfolgung von Juden zu leiden. Mehrere Male musste er flüchten und in der Fremde neu anfangen. Und doch: Als der katholische Geistliche Monsignore Klaus Mayer aus Mainz ihn eindringlich um die Gestaltung der Fenster bat, erklärte er sich dazu bereit, an diesem – wie beide es sahen – Versöhnungswerk mitzuarbeiten. Was daraus entstanden ist, konnten wir nun alle bewundern!!
Der Gedanke der Versöhnung findet seinen Ausdruck auch an den Schlusssteinen in dem wunderschönen Kreuzgang dieser gotischen Kirche. Auch dort finden sich Symbole der Eintracht, der Verständigung und der Ökumene.
Chagall war ein Mensch, der die Menschen liebte und zur Überwindung von Hass und Vorurteilen beitragen wollte. Die Fenster waren ein Geschenk an den Freund, mit dem er sich einig wusste im Bestreben nach Versöhnung.
Die Eindrücke und Ideen der St. Stephanskirche werden noch lange nachwirken.
Zum Schluss noch ein Zitat von Marc Chagall:
„Ein guter Mensch kann bekanntlich ein schlechter Künstler sein. Aber niemals wird jemand ein echter Künstler, der kein großer Mensch und daher auch kein ‚guter Mensch‘ ist.“
Für besonders Interessierte zum Schluss noch ein paar historische Details:
– Gegründet wurde die Kirche 990 n.Chr. von Erzbischof Willigis. Sie ist damit die älteste gotische Kirche am Mittelrhein.
– Zwischenzeitlich zerstört und wieder aufgebaut ist St. Stephan in seiner heutigen Form einem großen achteckigen Glockenturm über dem Westchor.
– Die beeindruckenden Fenster wurden von Chagall entworfen und eingebaut
– Chagall schuf die Fenster von 1978 bis 1985. Die ersten neun waren sein Werk, nach seinem Tod wurden die letzten 19 Fenster von seinem Freund und Mitarbeiter ergänzt.
Altstadtführung im Anschluss an die Führung St. Stephan
Bericht: Beate Braun
Nachdem uns die Chagall-Fenster und die Kirche St. Stephan ausführlich erläutert worden waren, führte Frau Neu uns durch den wunderschönen Kreuzgang und den Kapitelsaal.




Die Ingelheimer Säule trägt das Gewölbe des Kapitelsaals im Kreuzgang. Sie stammt aus der Pfalz Karls des Großen in Ingelheim. Da das Stift St. Stephan dort Grundbesitz besaß, gelangte die Säule vermutlich im Zusammenhang mit den Zehntleistungen der Ingelheimer Kanoniker nach Mainz. Um 1480 wurde sie aus dem verfallenen Palast in den neu errichteten Kreuzgang versetzt.
Wir verließen den Kreuzgang durch die Tür zum angrenzenden St. Stephans-Platz. Nachdem wir den Kreuzgang umrundet hatten, verließen wir die Kirche über den Stephansplatz. Von dort sahen wir die Kirche noch einmal aus einem anderen Blickwinkel.

Anschließend wandten wir uns in Richtung Altstadt und gingen an einer alten Stadtmauer vorbei. Auf der linken Seite erstreckte sich das große Gelände der Maria-Ward-Schule. Sie gehört zu den traditionsreichen Schulen in Mainz. Ihre Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, und ihr Name erinnert an Maria Ward, die sich früh für die Bildung von Mädchen einsetzte.
Am Ende der Maria-Ward-Straße kamen wir zum Ballplatz. Der kleine Platz liegt ruhig in der Altstadt und wird vom Drei-Mädchen-Brunnen geprägt. Auch die historischen Gebäude rundherum machen ihn besonders reizvoll.
Hier erfuhren wir außerdem, dass die farbigen Straßenschilder in Mainz bei der Orientierung helfen: Rote Schilder kennzeichnen Straßen, die zum Rhein führen, grüne Schilder Straßen, die parallel zum Rhein verlaufen.

Vom Ballplatz führte unser Weg weiter in Richtung Schillerplatz. Dabei wechselte die Stimmung von der ruhigeren Altstadt zu einem belebteren Platz im Zentrum von Mainz.

Am Schillerplatz standen wir vor dem Osteiner Hof. Das auffällige Barockpalais aus dem 18. Jahrhundert prägt den Platz mit seiner hellen Fassade und dem schmuckvollen Eingang. Früher diente es als vornehmer Wohnsitz der Adelsfamilie von Ostein und zeigte deren Reichtum und Ansehen.
Heute wird der Osteiner Hof unterschiedlich genutzt.

Am Schillerplatz steht auch der Fastnachtsbrunnen, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Mit seinen vielen Figuren erinnert er an die Mainzer Fastnacht und die Lebensfreude der Stadt.

Vom Schillerplatz gingen wir über die Ludwigstraße weiter in Richtung Dom. Die Straße führte direkt durch die Innenstadt. Nach wenigen Minuten erreichten wir die Johanniskirche, den „Alten Dom“. Der heutige Mainzer Dom liegt direkt daneben.

Die Johanniskirche, auch Alter Dom genannt, ist die älteste Kirche von Mainz. Sie war bis 1036 die Bischofskirche und damit der Vorgänger des heutigen Mainzer Doms. Im Jahr 1002 wurde hier Heinrich II. zum König gekrönt, 1024 Konrad II. Dadurch ist die Kirche auch ein wichtiger Ort der Reichsgeschichte.
Besonders interessant sind die Ausgrabungen unter dem Fußboden der Johanniskirche. Dort wurden Mauerreste und Spuren aus der Römerzeit gefunden. Sie zeigen, dass der Platz schon lange vor dem Alten Dom bebaut war. So verbindet die Kirche die römische Vergangenheit von Mainz mit der späteren christlichen Geschichte der Stadt.

An der Fassade der Johanniskirche ist eine Tafel zu den Ausgrabungen angebracht. Sie erklärt, dass an diesem Ort Spuren aus römischer Zeit und aus späteren Jahrhunderten gefunden wurden. Das Foto zeigt damit nicht nur die Kirche, sondern auch einen Hinweis auf die lange Geschichte dieses Platzes.
Auf dem weiteren Weg durch die Mainzer Altstadt entdeckten wir auch besondere Ampeln: Statt der üblichen Ampelfiguren sieht man hier Mainzelmännchen. Sie sind die bekannten Maskottchen des ZDF, das seinen Sitz in Mainz hat. Eigentlich hatten wir im Rahmen unserer Begegnungsreise auch einen Besuch beim ZDF auf dem Lerchenberg geplant, leider hatten wir dafür aber keinen Termin bekommen. Umso schöner war es, den Mainzelmännchen wenigstens hier in der Altstadt zu begegnen.
Von der Johanniskirche gingen wir weiter zum Leichhof, dem Platz hinter dem Dom. Der Platz liegt etwas ruhiger als die belebten Straßen rund um den Dom. Früher war hier ein Friedhof, woran noch der Name „Leichhof“ erinnert. Heute ist er ein ruhiger Platz in der Altstadt.
Vor der geplanten Dombesichtigung hatten wir nun fast zwei Stunden Zeit, um uns von der anstrengenden Führung durch St. Stephan und die Altstadt zu erholen. Einige von uns setzten sich in ein Café unter Sonnenschirmen. Den Dom hatten wir von dort nicht im Blick, dafür sahen wir gegenüber das Restaurant Wilma Wunder am Dom, in dem wir für den Abend reserviert hatten.
So endete dieser Teil unserer Altstadtführung mit einer wohlverdienten Pause und vielen Eindrücken von Mainz.
Domführung im Anschluss an die Altstadtführung
Bericht: Rosemarie Müller
Nachdem wir am Vormittag das Gutenberg-Museum und am Nachmittag bei der Stadtführung die Kirche St. Stephan mit den wunderbaren Chagall-Fenstern gesehen haben, fanden wir im Domcafé, gerade vorm leichten Regen, einige freien Plätze. Die Pause hat uns allen gutgetan, denn um 17.30 Uhr erfolgte die Führung im Dom. Frau Gabriele Herzberg erwartete uns am Eingang.

Von außen wirkte der Dom schon sehr groß und mächtig. Zuerst betrachteten wir die riesige beeindruckende Bronzetür, für den Erbauer war sie wahrscheinlich eine
Nachahmung der Tür des Aachener Doms. Unser Eingang war allerdings links neben dieser Bronzetür.

Als nächstes erblickten wir im Dom sofort eine übergroße Statue des Erbauers Willigis (975 – 1011). Er wollte, dass die Gläubigen, wenn sie die Kirche betraten, ihn zuerst erblickten! Der monomentale Bau sollte seine protokollarische und politische Bedeutung in der Kirche und im Reich darstellen.
Der romanische Baustil ist trotz vieler Erweiterungen, Umbauten und Zerstörungen erhalten geblieben. Die Grundfläche beträgt ca. 4.600 m² und so konnten alle Christen (zu der Zeit ca. 4.000) Platz in der dreischiffigen Basilika finden. Zum Bau wurden der heimische rote und gelbe Sandstein verwendet, die Steinmetze kamen aus der Lombardei.
Der Hauptaltar war nicht im Osten, sondern im Westen, entsprechend der Anordnung des Papstaltars in Rom. Der Westchor war dem Bischof und dem Clerus vorbehalten, davor ein dreischiffiges Langhaus von 200 römischen Fußlängen (ca. 53 m) und ein ebenso langes Querhaus. Die Westkuppel ist 44 m hoch und Ostkuppel 38 m. Das Gewölbe im Mittelschiff ist 28 m hoch und 13,60 m breit, die Seitenschiffe 7,70 m breit, die Fundamente sind 7 m stark. Die Außenlänge beträgt 116 m, die Innenlänge 109 m. Die Türme: West 82,5 m, Ost 75 m, die Seitentürme 47 bis 55 m hoch.
Die Kirche hieß „Hoher Dom St. Martin“ (heiliger Martin von Tours) und sollte als zweites Rom erkennbar sein. Für den Bau wurde eine Zeitspanne von ca. 30 Jahren benötigt.
Am Tag der Einweihung brannte die erste Kirche aus. Sie war aus Holz und wurde evtl. durch Fackeln abgebrannt. Der Bau wurde unter Erzbischof Bardo (1031-1051) vollendet und 1036 von Kaiser Conrad II geweiht.
Die Kirche wurde vor den Toren der Stadt auf einer Brache errichtet, die zur römischen Zeit wohl besiedelt war. Mainz war die Hauptstadt der Provinz „Germania superior“. Die Geschichte der Diözese ist 1.600 Jahre alt, Bischöfe sind erst ab dem 4. Jahrhundert denkbar. Der erste nachgewiesene Bischof war ein Aquitanier Sidonius (ca. 580), er war nach der Völkerwanderung auch Stadtherr von Mainz. Das kirchliche Leben begann während der fränkischen Herrschaft zu verfallen. Im 7. und 8. Jahrhundert kamen Mönche aus Irland und Schottland zur Erneuerung der Mission. Es gab diverse Änderungen, 780/82 gelang es „Lukullus“ die Erhebung zum Erzbistum zu erreichen. Er erhielt die Bistümer Worms, Speyer, Würzburg, Eichstätt dazu. Dadurch wurde Mainz zur größten Kirchenprovinz nördlich der Alpen.
975 wurde der am Hofe des Kaisers dienende Willigis Erzbischof von Mainz und ließ die sehr, sehr große Kathedrale bauen. Er war auch ein guter Politiker und Landesherr und erhielt von Otto II größere Ländereien an der Nahe und im Rheingau geschenkt (später Kurstaat). Im Mittelalter wurden die Könige immer von den Fürsten gewählt. Der jeweilige Erzbischof von Mainz gehörte zum Kreise der 7 Fürsten, denen das Wahlrecht zukam. Er war bei Konflikten Vermittler zwischen Kaiser und Papst. Es gab viele Konflikte und Kriege, doch während nach der Reformation blieb das Erzbistum immer katholisch, weil sich das Mainzer Domkapitel bei Wahlen immer für einen katholischen Kandidaten entschied. Später begannen Reformprozesse, der auf Bistumsebene vor allem Schul- und Ordenswesen betrafen.
Die Aufklärung (Frankreich) griff auch auf das Heilige Römische Reich über und Frankreich erklärte Österreich, Ungarn und Böjmen den Krieg. Der Mainzer Erzbischof beteiligte sich an der Koalition gegen Frankreich. 1797 hat sich Frankreich durchgesetzt, die linksrheinischen Gebiete wurden an Frankreich abgetreten.

1799 wurde die französische Kirche neu organisiert, was zu diversen Änderungen führte, doch nach dem Wiener Kongress 1814/15 wurde wieder alles geändert und das
Bistum Mainz wurde auf dem Gebiet des ehemaligen Großherzogtum Hessen Kirchengranze. Im 19. Jahrhundert gab es Konflikte zwischen Kirche und Staat, im 20.
Jahrhundert (1933) hat das Bistum eine Unvereinbarkeit von Nationalsozialismus festgestellt, nach 1945 Vertriebene integriert und neue Hochschulen, viele Schulen und Kirchen neu gebaut.
Die Gruppe (ich ließ den Abstieg aus) besuchte noch die Krypta im Ostbereich des Doms. Sie wurde zwar schon um 1100 geplant, konnte wegen des hohen Grundwasserspiegels aber erst 1872 bis 1876 im neoromanischen Stil vollendet werden. Die Kapelle ist dem heiligen Bonifatius geweiht; im Altar ist eine Bonifatius-Reliquie sichtbar eingelassen. Hinter dem Altar steht der goldene Schrein der Mainzer Heiligen, der 1960 zur Wiederherstellung des Doms und zum Bischofsjubiläum von Albert Stohr geschaffen wurde. Er enthält Reliquien von 22 im Bistum Mainz besonders verehrten Heiligen.
Bei unserem Abendessen im Restaurant Wilma Wunder am Dom hatten wir noch einmal vom Balkon aus einen wunderbaren Blick auf den Dom in seiner ganzen Größe.

Tag 2, Dienstag, 9. Juni 2026, vormittags
Führung zur Ausstellung in der Steinhalle des Landesmuseum Mainz
Shalom in Mainz am Rhein – 1.000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz
Bericht: Inge Kölle
Mit Shalom wünschen sich Menschen im hebräischen Sprachraum Gesundheit, Wohlergehen und Frieden; Aleichem Shalom – mit euch sei Friede.
»Shalom am Rhein« führte uns durch über 1000 Jahre jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz.
Als SchUM-Gemeinden wird der Verbund bezeichnet, den die jüdischen Gemeinden der oberrheinischen Städte Speyer, Worms und Mainz im Mittelalter bildeten und das gesamte europäische Judentum prägten und seit 27. Juli 2021 UNESCO-Welterbe sind.
In hebräischen Quellen werden diese seit dem 12. Jhdt. als Kehillot (=Gemeinden) Spira (Speyer), Warmaisa (Worms), Magenza (Mainz) oder auch als heilige Gemeinden benannt.
SchUM mit Mainz als Muttergemeinde wurde zu einem besonderen Bund, der seine herausragende Stellung in Aschkenas (=Deutschland) betonte.
Dieselben Orte, die einst helle Zentren voller Wissen, Kultur und Glaube waren, wurden auch Zeugen dunkler Episoden der Verfolgung, Ausgrenzung und Vernichtung. Berührende Objekte, eindrucksvolle Biografien und Spuren von Zerstörung und Neubeginn eröffnen im Landesmuseum Mainz neue Blicke auf das Miteinander der jüdischen und der nichtjüdischen Gesellschaft.

Die Ausstellung widmet sich dabei nicht nur den Zentren jüdischen Lebens in den SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz, sondern richtet den Blick auch auf das Landjudentum, das sich nach der Vertreibung aus vielen Städten entlang von Rhein, Mosel, Nahe und Saar entwickelte.
In Dörfern und Kleinstädten entstanden Synagogen, Schulen und Friedhöfe, jüdische Marktstraßen und Betriebe – Spuren, die bis heute von einem aktiven Gemeindeleben erzählen.

Und Frauen prägen dieses Leben von Beginn an: mit Frauenschulen und Frauenemporen in den Synagogen, später auch durch ihren wachsenden Einfluss in der jüdischen Aufklärung (Haskala). Sie übernehmen früh Verantwortung in Familie, Religion und Handel – ein Bild von Eigenständigkeit, das seiner Zeit voraus war.

Die Veröffentlichung der Fotos geschieht mit freundlicher Genehmigung der Direktion des Landesmuseums, Herrn Gernot Frankhäuser, Museologie / Dokumentation, GENERALDIREKTION KULTURELLES ERBE RHEINLAND-PFALZ (Mail vom 24.08.2026).
Tag 2, Dienstag, 9. Juni 2026, nachmittags
Mogontiacum – eine römische Stadt
Bericht: Waltraud Schmitz
Mogontiacum heißt wörtlich übersetzt „Ort des Mogon“, Ort eines keltischen Gottes. Die Römer benannten danach ihr Legionslager, aus dem sich eine der bedeutendsten römischen Metropolen entwickelte.
Das Römische Theater
Der geführte Rundgang startete an den Überresten des einst größten römischen Bühnentheaters nördlich der Alpen. Von einem Weg oberhalb des Bauwerkes ist das perfekte Halbrund der Anlage mit den ansteigenden Sitzreihen gut zu erkennen.

Der Stadtführer machte uns auf einige erhaltene vomitoria aufmerksam. Als vomitoria (von lat. vomere, ausspucken) werden die Zugänge zu den Sitzreihen bezeichnet. Es kann der Eindruck entstehen, die hereinströmenden Zuschauer würden zu den Sitzreihen „ausgespuckt“. Der Blick des heutigen Zuschauers fällt jedoch nicht auf die imposanten Säulen einer „scaena“, sondern auf Bahngleise und Bahnhofsüberdachungen.
Obwohl im ganzen Bereich nur Reste von Mauern stehen, enthalten gerade diese einen ganz besonderes Detail: „opus caementicium“. Dieser römische Beton bildet den Kern einer Mauer, ist extrem langlebig und selbstheilend. Eine entscheidende Rolle in diesem Selbstregenerierungsprozess spielen im Beton eingeschlossene Kalkklümpchen. Weitere Geheimnisse des römischen Superbetons sind inzwischen entschlüsselt. Ein Nachbau könnte entscheidend zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beitragen.
Der Drususstein
Das nächste Ziel war der Drususstein auf dem Jakobsberg. Vom Weg dort hinauf bietet sich ein weiter Blick auf die Altstadt und die Rheinebene. Der Drususstein ehrt das Andenken an den römischen Feldherrn Drusus. Bei dem Stein handelt es sich um ein Scheingrab (Kenotaph), denn der Leichnam Drusus´ wurde nach Rom überführt.

Ab dem 16. Jahrhundert diente der Drususstein im Rahmen der Befestigungsanlagen der Zitadelle als Wachturm.
Die Zitadelle
Die um 1660 erbaute Zitadelle dokumentiert die Mainzer Stadtgeschichte auf kleinstem Raum: angefangen von dem römischen Ehrenmal Drususstein über die Kasernenbauten der Bundesfestungszeit im 19.Jh. bis zu den Luftschutzräumen im 2. Weltkrieg.
Heute sind in den Gebäuden städtische Ämter untergebracht. Das großzügige Freigelände wird als Park und für Veranstaltungen genutzt.
Römertor auf dem Kästrich
Der weitere Weg führte von der Zitadelle in die Mainzer Oberstadt, dem Kästrich. Unter diesem Stadtgebiet befand sich ca. 12 v. Ch. das römische castrum, das Hauptlager der Legion. Die Lage auf der Anhöhe gewährleistete die Aussicht auf das am rechten Rheinufer gelegene germanische Gebiet. Ein Aquädukt versorgte das castrum mit Wasser aus den Rheinauen. Im 4. Jh. wurde das obere Legionslager aufgegeben.

Zu Füssen des Lagers entwickelte sich die Zivilstadt von Mogontiacum. Eine Stadtmauer grenzte das ehemalige obere Lager aus. Man nutzte aber weiterhin die mit massiven Sandsteinplatten gepflasterte zum ehemaligen Lager führende Straße. Dafür wurde in die Stadtmauer das Haupttor eingefügt, die porta praetoria.
Dieses Stadttor samt Resten der ehemaligen Lagerstraße und angrenzenden Mauerresten wurde 1985 ausgegraben. Besonders bemerkenswert sind die in die Sandsteinplatten deutlich eingeschliffenen Fahrspuren von knapp 2 m Breite, was den Spurbreiten römischer Fahrzeuge entsprach. Der Fund des Römertors ist in die Grünanlagen eines Wohnkomplexes integriert und öffentlich zugänglich.
Tag 2, Dienstag, 9. Juni 2026, abends
Vortrag Prof Thurner (Stiftungprofessur)
„Wohin treibt unsere Welt in Unordnung?“
Bericht: Erla Spatz-Zöllner

Im Rahmen unserer Begegnungsreise nach Mainz besuchten wir einen von der Stiftung „Johannes Gutenberg -Stiftungsprofessur“ organisierten Vortrag der Reihe „Wohin treibt unsere ,Welt in Unordnung´?“
Diese Vortragsreihe versucht eine Annäherung an eine evolutionäre, wesentlich durch Selbstorganisation geprägte sog. „Total History“ (Gesamthistorie) der Erde, des Lebens und der Menschheit darzustellen.
Am 9.6.26 referierte Herr Prof Thurner in dieser Reihe zum Thema:
„Selbstorganisation versus Management: Dynamik von komplexen gesellschaftlichen und ökologischen Systemen.“

Anhand der Daten zur Mehrwertsteuer von ungarischen Firmen stellte er die Komplexität der Beziehungen dieser Firmen untereinander dar. Er stellte die These auf, dass nicht der Staat diese ökonomischen Systeme managet, sondern dass sich dieses System durch die Firmen selbst organisiert. Weil sich auch die Beziehungen der Firmen untereinander ständig ändern, bilden sich laufend neue Netzwerke, die miteinander kooperieren. Auch durch die Politik vorgegebene Rahmenbedingungen verändern diese Netzwerke.
Thurner zeigte auf, dass sich in diesen Netzwerken besonders wichtige Firmen, evtl. systemrelevante Firmen erkennen lassen. In Modellen mit Avatarfirmen könnte man so Rahmenbedingungen verändern, um festzustellen welche Maßnahmen welche Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben, um für die Wirtschaft nachteilige Entwicklungen zu vermeiden.
Diese Forschungen sind erst am Anfang und müssen weiter evaluiert werden.
Tag 3, Mittwoch, 10. Juni 2026
Workshop im Stiftungshaus der Johannes-Gutenberg-Universität
Bericht: Erla Spatz-Zöllner
Zusammen mit vielen Schülerinnen und Schülern fuhren wir mit der Straßenbahn zum Campus der Johannes-Gutenberg-Universität. Dort waren überall Stände der Fakultäten und Studiengänge aufgebaut, wo sich die Schüler-innen beim Tag der offenen Tür darüber informierten, was sie einmal studieren könnten.

Unser Workshop fand im Stiftungshaus der Stiftungsprofessur statt. Zunächst fand eine Nachbesprechung zum Vortrag von Prof. Thurner statt und wir diskutierten das Problem, dass es oft keine optimale Lösung gibt, wenn Dinge verbessert werden sollen. Als Beispiel diente das Ziel, den CO2 Ausstoß zu reduzieren. Wenn man gleichzeitig viele Firmen schließen würde, die viel CO2 ausstoßen, hätte man eine deutliche Reduzierung des CO2 s, würde aber viele Arbeitslose produzieren und damit politische Unruhen. Deshalb bedarf es einer Kooperation aller Partner, um nicht intendierte Nebenwirkungen bei Änderung der Rahmenbedingungen zu vermeiden.
Dann sahen wir eine YouTube Aufzeichnung des Vortrags von Prof. Mosbrugger vom 28.4.26, die Einführung zur Vortragsreihe „Wohin treibt unsere ,Welt in Unordnung‘?“

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen „Omnikrise“ mit Klimawandel, Artensterben, Kriegen und globalen Ungerechtigkeiten ist die Vorlesungsreihe der Versuch einer Analyse aufgrund der sogenannten Total History. Diese versucht die gesamte Evolution der Erde, des Lebens und der Menschheit zu verstehen und daraus Perspektiven zu entwickeln.
Wesentliche Erkenntnisse sind: Die Evolution dient letztlich der Arterhaltung. Disruptionen (z. B. Naturereignisse, Katastrophen, bahnbrechende Erfindungen) verändern die Evolution und führen zu immer komplexeren Systemen. Kooperation ist häufig der Schlüssel zum Erfolg, und Nachhaltigkeit ist zu fördern.

Der Workshop war zu kurz, um die diskutierten Themen abschließend zu behandeln. Deshalb ist angedacht, auch die übrigen Vorträge der Reihe anzuschauen und evtl. im Rahmen von Webinaren weiter zu verfolgen.
Quellen:
https://www.youtube.com/@studiumgeneralemainz
jgs.uni-mainz.de
Tag 4, Donnerstag, 11. Juni 2026, vormittags
Ausflug nach Wiesbaden: Stadtführung
Bericht: Erla Spatz-Zöllner
Mit dem Zug ging es über die Rheinbrücke in die hessische Landeshauptstadt. Auf dem Weg zum Kurhaus war Vorsicht geboten. Überall lagen Kabel, und geschäftige Arbeiter waren dabei Stände und Bühnen für das bevorstehende „Wilhelmsstraßenfest“ aufzubauen.
Schon vor der Stadtführung konnten wir das prächtige Kurhaus von 1907 und den dahinter liegenden, im englischen Stil angelegten, Kurpark bewundern. Ein kurzer Regenguss scheuchte uns zurück ins Kurhaus.



Hier wartete bereits die Gästeführerin. Sie erläuterte uns kurz die Stadtgeschichte. Zunächst wird 121 n.Chr. die römische Siedlung Aquae Mattiacorum (Wasser der Mattiaker) erwähnt. Und um 830 spricht Eberhard, Bischof Karls des Großen, von Wisibada (heilendes Bad). Beide Namen weisen auf den Wasserreichtum Wiesbadens hin. Die Stadt verfügt über 15 Thermal- und Mineralquellen und hat einen hohen Grundwasserspiegel.
im 19. Jahrhundert erlebt Wiesbaden einen enormen Aufschwung als Weltkurbad, Kongress- und Verwaltungsstadt. 1806 wird die Stadt Hauptstadt des Herzogtums Nassau, ab 1866 unter Wilhelm I gehört Wiesbaden zu Preußen. Sechzig Prozent der heutigen Innenstadtgebäude wurden zwischen 1840 und 1910 errichtet. In dieser Zeit wuchs die Einwohnerzahl um das Zehnfache auf über 100 000. Das alte Kurhaus von 1810 wurde abgerissen und 1907 durch ein noch prächtigeres ersetzt. Es beherbergt auch die Spielbank.
In dieser Zeit entstehen ebenso die Kurkolonnaden, die die illustren Gäste und die kaiserliche Entourage trockenen Fußes von ihren Hotels zu den Festräumen des Kurhauses und zum Staatstheater geleiten.

Letzte Station der Stadtführung war der zentrale Schlossplatz. Dieser ist umgeben vom alten Rathaus von 1610, dem ältesten Gebäude der Stadt, und dem Stadtschloss von 1841, dem ehemaligen Sitz der Herzöge von Nassau, in dem heute der hessische Landtag residiert. Gegenüber befindet sich das neue Rathaus (1887) und die Marktkirche (1862) aus rotem Backstein mit 5 spitzen Türmen. Beide Gebäude tauchen öfter in der Fernsehserie „Der Staatsanwalt“ auf. Um 12 Uhr ertönte das Carillon der Marktkirche, ein Glockenspiel aus 49 Bronzeglocken von 1986.



Bis zum Besuch des Museums Reinhard Ernst (mre) am Nachmittag, trennten sich unsere Wege. Einige besuchten beispielsweise den Neroberg, andere verwöhnten sich im legendären Kaffeehaus Maldaner von 1859.
Donnerstag, 11. Juni 2026, nachmittags
Ausflug nach Wiesbaden: Besuch des Reinhard-Ernst-Museums
Bericht: Axel Cantstetter
Nachdem wir in einer 60-minütigen Führung die Vorzeigeobjekte, Kurpark, Kurhaus, Staatstheater und Landesmuseum gesehen haben – welch ein Unterschied zu Mainz – kam das Highlight: der allerneueste Kulturbau: das Reinhard Ernst Museum Wiesbaden. Es wurde von dem Ehepaar Reinhard und Sonja Ernst gestiftet und liegt an dem besten Platz in der Stadt, nämlich der Wilhelmstrasse, wo all die oben aufgezählten Gebäude und auch der riesige Park liegen.



Aber beim Eintreten in das lichtdurchflutete Gebäude ist man zunächst sprachlos.
Und dann beginnt die Zauberei: im Foyer, wurde eine spektakuläre 60 Quadratmeter Glaswand von Katarina Grosse gestaltet. Der Titel ist „Ein Glas Wasser bitte“. Die Glaswand ist natürlich auch von dem dahinterliegenden Raum aus zu sehen.

© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: ViLE-Archiv

© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / Foto: ViLE-Archiv
Der Innenhof, der das meiste Licht für das Museum liefert, beherbergt eine Stahlskulptur des spanischen Künstlers Eduardo Chillida „Buscando la Luz“ („Auf der Suche nach dem Licht“) und einen 18 Meter hohen japanischen Baum, die nur mit Hilfe riesiger Kräne in den Innenhof gelangten.
Mit der entsprechenden Gliederung des Fußbodens mit verschiedenen schwarzen und weißen Steinen setzt der Architekt sein eigenes japanisches Markenzeichen.

Das Gebäude erschließt sich über mehrere offene Treppenhäuser und Fahrstühle, und es gibt aus dem 1. 0G jeweils Blickmöglichkeiten ins EG und natürlich in den Innenhof.

Die Bilder, die im Moment im Museum hängen, gehören alle zur Sammlung der Stifter. Der Schwerpunkt ist dem Maler Wolfgang Hollegha gewidmet – seine riesigen Bilder hängen in fast allen Räumen im 1.0G. Der ZEIT Weltkunst Verlag schreibt in seiner Sonder-Veröffentlichung „Das Kolorit tanzt – mit seinen großformatigen Abstraktionen erfährt der Maler Wolfgang Hollegha (1929-2023) eine fulminante Wiederentdeckung.“ Der in Österreich sehr verehrte und bekannte Maler ist leider noch vor der Fertigstellung des Museums gestorben.



Doch neben den vielen, sich ähnelnden, großformatigen, farbrauschartigen Bildern gibt es auch berühmte andere Künstler wie Günther Ücker mit seinem prägnanten Nagelbindern, Lee Krasner Morris Luis, Wolfgang Tillmans, Ernst Wilhelm Nay einem der bedeutendsten Maler der deutschen Nachkriegskunst.

(© Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2026)
Besonders beeindruckte uns noch Tony Craggs sechs Meter hohe, tonnenschwere Bronzeskulptur Pair. Die beiden abstrakten Figuren wurden eigens für die geschossübergreifende Nische in dieser Raumecke entworfen. Um ihr Gewicht zu tragen, musste der Boden verstärkt werden. Noch vor der Fertigstellung des Museums wurde die Skulptur mit einem Kran eingebracht.

Das Besondere an diesem Museum ist die Forderung der Stifter:

Deswegen haben sie sich auch entschlossen, die Vormittage im Museum ausschließlich für Schulen und Bildungseinrichtungen zu öffnen. Hinzu kommen noch zahlreiche Angebote gerade für Kinder und Jugendliche.
Von diesem Museum wird man noch viel hören.
Letzter Tag, Freitag, 12. Juni 2026
Besichtigung des Isis-und Magna Mater-Heiligtums
Bericht: Sylvana Kuke
Am letzten Tag unserer Begegnungsreise wurde es etwas mystisch und geheimnisvoll.
Wir tauchten nochmals ein in längst vergangene Römerzeiten und erhielten einen einstündigen Vortrag innerhalb der Archäologischen Fundstätte des Heiligtums für die ägyptische Göttin Isis und die orientalische Muttergottheit Mater Magna.


Dieses Heiligtum wurde überraschend bei Ausschachtungsarbeiten für eine neue Einkaufspassage 1998 in Mainz entdeckt und befindet sich unter der heutigen Einkaufspassage, der so genannten Römerpassage.
Die Anfänge des Heiligtums datieren – belegt durch Inschriftenfunde – bereits in das 1. Jahrhundert nach Christus. Die orientalischen Kulte, zu denen auch der Isis und der Mater Magna Kult gehörten, verbreiteten sich zuerst bei den römischen Soldaten, dann auch in der Zivilbevölkerung.
Die Existenz eines solchen Tempels in Mainz zeigt den hohen Grad der Romanisierung der einheimischen Bevölkerung. Diese gab im Laufe der Zeit die Verehrung der eigenen Götter auf und huldigte den in römischen Gebieten verehrten Göttern.


Während der archäologischen Ausgrabungen von 1999-2001 konnten viele außergewöhnliche Funde gemacht werden:
Weiheinschriften, Brandaltäre, verschiedenste Opfergaben, Opferfiguren aus Ton und Bronze, Verwünschungstafeln aus Blei, Voodoopuppen und ein Frauengrab aus noch früheren Zeiten, der Hallstattzeit, wurden entdeckt.
Es war ein sehr beeindruckender Abschluss unserer Reise.

Einen kleinen geführten Rundgang durch diese Kultstätte, mit weiteren interessanten Erzählungen, kann man sich auch auf der Internetseite * roemisches-mainz.de * anschauen. Viel Spaß dabei wünscht Sylvana Kuke.
DIe Veröffentlichung der Fotos erfolgte mit freundlicher Genehmigung der GDKE – Landesarchäologie Mainz, Herr Jens Dolata.





